Übersäuerung – Und was du dagegen tun kannst

Das Thema Übersäuerung hat eine enorme Relevanz. Die negativen Auswirkungen und die Zusammenhänge eines übersäuerten Körpers, sind den wenigsten Menschen wirklich bewusst. Die chronisch latente Übersäuerung ist eine sich schleichend, über Jahren entwickelnde Erkrankung. Unsere Billionen Körperzellen wollen nur eines, permanent über das Blut, mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt zu werden. Sie wollen so schnell wie möglich alle Stoffwechselendprodukte wie Kohlensäure, Harnsäure, Milchsäure, etc. loswerden. Unser Körper kann es aber nur bewerkstelligen, wenn das Blut basisch ist. Blut kann nur fliessen wenn es einen pH-Wert zwischen 7.35 bis 7.45 aufweist. Nur in diesen Bereich kann das Blut alle lebenswichtigen Funktionen erfüllen. Unser Körper hat zahlreiche Systeme entwickelt um den Säure-Basen-Haushalt im Blut unter Kontrolle zu halten. Eine Übersäuerung sollte daher nie im Blut messbar werden, denn das würde umgehend zum Tode führen. Also ist es selbstverständlich, dass der Körper immer bestrebt ist, das Blut in einen basischen Milieu zu halten. Aber woher nimmt er dann die Mineralstoffe, wenn wir ihm zu wenig über die Ernährung zufügen? Das erklärt die untenstehende Grafik.

Übersäuerungstabelle F.X. Mayer Link zur Homepage

Der Mensch erhofft sich heute körperliches Wohlergehen, kraftstrotzendes Aussehen, Entwicklung grosser Muskelkräfte, aus dem von unserer heutigen stammenden Nahrungs- und Genussmitteln. Wir sehen aber stattdessen, ganz allgemein gesprochen, eine frühzeitiges Zusammenbrechen der Gesundheit. Schon Kleinkinder haben es mit Allergien, Neurodermitis, Mittelohrentzünungen, etc. zu tun. Zwischen zehn und zwanzig Jahren, zeigen sich weitere Zeichen der heutigen Zivilisationskost an den Zähnen und der Haut mit Karies und Akne. Zwischen dreissig und vierzig Jahren zeigen sich dann, die ersten chronischen Krankheitszeichen, einhergehend mit plötzlich ausbrechenden Stoffwechselerkrankungen wie Gicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, etc. und zwischen vierzig und fünfzig Jahren melden sich dann chronische Krankheitszustände in stärkerem Masse.

Viele Menschen achten auf ihre Ernährung aus Angst zuzunehmen aber nicht um ihre Beschwerden damit verbessern zu können. Viele Menschen fällt es schwer, ihre chronischen Leiden in Verbindung mit ihrer Ernährung zu bringen. Das ist schade, denn genau hier kann man Selbstfürsorge betreiben und viel für seine eigene Gesundheit und sein Wohlbefinden beitragen. Die natürliche Gesundheit sollte normalerweise ein Dauerzustand fröhlichen Wohlbefindens sein. Eine gesunde, mehrheitlich basische Ernährung stärkt zudem unser Immunsystem, dass vor allem in Zeiten der verstärkt aufkommenden Viruserkrankungen wichtig ist.

Hautprobleme wie Akne, Ekzeme, Neurodermitis, Übergewicht, vorzeitiger verschleiss der Gelenke, Muskelschmerzen, Zivilisationskrankheiten, beschleunigte Alterrungsprozesse werden wesentlich von einen Übermass an Säuren im Körper verursacht. Doch woher kommen all diese Säuren und woher beziehen wir sie? Wir beziehen einen Grossteil der Säuren aus unsere heutigen Zivilisationskost aber auch durch unser heutiges Bewegungsverhalten und durch Stress. Über Jahrmillion hat sich der Mensch immer viel bewegt und vorwiegend pflanzlich, vitalstoffreich und basenüberschüssig ernährt. Aber was wir heute an tierischen Produkten, an Zucker und Süssigkeiten, Fertigprodukten und Zusatzstoffen, an Schmerzmittel, Medikamenten und Schadstoffen zu uns nehmen, belastet unseren Körper enorm und führt ihn geradewegs in die Übersäuerung.

Was viele Menschen heute täglich von morgens bis abends und Zwischendurch verzehren und oft in fragwürdigen Mengen konsumieren, führt dazu, dass der Körper die anfallenden Säuren nicht mehr über die Nieren ausscheiden kann. Dadurch wird das körperliche Wohlbefinden gehemmt und so bleiben immer mehr Stoffwechselrückstände im Körper zurück. Machen sich diese Rückstände durch Rückvergiftung im Körper bemerkbar, weil sie sich in den Organen und Organgruppen oder im Gewebe irgendwo im Körper festgesetzt haben, um dort zerstörerische Wirkungen auszuüben, dann entstehen die verschiedenen Krankheitserscheinungen, mit denen heute die Menschen in so vielen Arten zu kämpfen haben. Diese Stoffwechselabfallprodukte lagern sich dann in Bindegewebe, Muskulatur, Gelenken, Organen, etc. ab.

Auch äusserst problematisch für unseren Organismus ist der heutige erhöhte Konsum an tierischen Produkten. In der heutigen, äusserst fraglichen Massentierhaltung, werden Antibiotika und andere Medikamente routinemässig eingesetzt, was natürlich auch Gefahren für die menschliche Gesundheit mit sich bringt. Zucker und raffninierten Produkten wie Weissmehl, Teigwaren, Brot, Kekse und Kuchen, die unser Körper ganz schnell zu Zucker verstoffwechselt, ist ein weiteres Problem für unseren Säure-Basen-Haushalt. Der durchschnittlich jährliche Zuckerkonsum in der Schweiz, laut dem Bundesamt für Statistik, betrug im Jahr 2018 stolze 40,7 Kilogramm raffinierter Zucker pro Kopf, dies entspricht umgerechnet mehr als 111 Gramm Zucker am Tag pro Kopf. Die empfohlene Menge der WHO von 25 Gramm Haushaltszucker am Tag wird damit um mehr als das Vierfache überschritten.

Fatal dabei ist, dass es vielen Menschen gar nicht bewusst ist, weil der Zucker oft versteckt in unseren industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln ist. Angefangen von den überzuckerten Müslimischungen, verschiedenen Brotaufstrichen, Fruchtjoghurt, selbst in Wurstwaren, Salatdressings, Fertigsaucen, etc. ist sehr viel Zucker vorhanden. Zucker gilt als eine enorme Belastung für unseren Körper. Wenn Zucker im Körper verstoffwechselt wird, entstehen sehr viel Säuren. Zusätzlich verbraucht die verstoffwechslung des Zuckers, viele unserer wertvollen Vitamine und Mineralstoffe. Ausserdem beschleunigt Zucker und alle raffinierten Weissmehlprodukte die Vermehrung von Pilzen in Darm. Dadurch kommt es vermehrt zu Blähungen, dicken Bäuchen, Kopfschmerzen und Migräne.

Deshalb empfehle ich, mehrheitlich vollwertige komplexe Kohlenhydrate. Statt Weissmehlprodukte, lieber Vollkornprodukte verzehren, noch besser sind glutenfreie Produkte wie Hirse, Quinoa, Amaranth, Buchweizen. Diese Produkte liefern den Menschen gleichmässige und langanhaltende Energie, nicht nur für den Körper sondern auch für Gehirn, Nerven und sorgt für eine optimale Fettverbrennung. Zusätzlich sollte täglich frisches Gemüse, Salat und reifes Obst gegessen werden. Dies sollte einen grossen Stellenwert in der Ernährung einnehmen.

Bei radikalen Diäten zum Beispiel, nimmt man Anfangs toll ab, aber die entstehenden Säuren entmineralisieren und schwächen das Gewebe. Jede Abmagerungskur verlangsamt den Stoffwechsel und verstärkt somit die Übersäuerung im Fett- und Bindegewebe. Säuren blockieren die Nährstoffversorgung der Zellen, aber auch den Abbau von Fett- und Kohlenhydraten. Der Stoffwechsel wird träge. Ich erlebe es immer wieder, dass Menschen in meine Praxis kommen die einfach nicht mehr abnehmen können. Egal was sie versucht haben, es rührt sich kein Kilo mehr vom Körper weg. Zudem macht eine Übersäuerung noch hungrig. So essen Menschen mehr und nicht gerade förderliches für ihren Stoffwechsel. Ausserdem lagern sich die überschüssigen Säuren bevorzugt in den Problemzonen ab, sodass der Mensch im schlimmsten Fall völlig aus der Form geratet.

Auswirkung von Getränken auf unseren Körper

Auch in unseren Getränken versteckt sich sehr viel Zucker und somit auch viele Säuren. Mit den Softdrinks konsumiert der Mensch sehr viel Phosphorsäure. Ein Überschuss an Phosphorsäure neutralisiert der Körper mit Kalzium aus seinen eigenen Knochen. Das fördert die Knochenerweichung und kann dann zu Osteoporose führen. Auch Kuhmilchprodukte stehen heute unter verdacht, dass sie Osteoporose fördern könnten. Noch schädlicher sind die verschiedenen Energie-Drinks. Die enthalten soviel Säure, dass sie Zahnschmelzabbau fördern. Light Produkte sind auch nicht besser. Sie sind zwar Kalorienreduziert wird aber im Körper zu Ameisensäure abgebaut. Auch hohe Dosen an Fruchtsäften belasten unsere Säure-Basen-Balance. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee Schwarztee, Cola, erhöht die Bildung biogener Amine, bei deren Abbau Säure entsteht. Ausserdem sind die Röststoffe im Kaffee ebenfalls Säurelieferanten. Kaffee kurbelt vor allem auch die Produktion der Magensäure an. Zuviel Koffein erhöht zudem die Nervosität und bewirkt einen Kalziumverlust über den Urin.

Meine Empfehlung hierzu lautet, in erster Linie frisches Wasser trinken und Kräutertees, die gleichzeitig eine reinigende Wirkung auf den Körper haben. Frische Fruchtsäfte am Besten nur als Schorle geniessen, dass heisst ein Teil Fruchtsaft und zwei Teile Wasser. Nicht mehr als zwei Tassen Kaffee trinken, Menschen die an Magenproblemen leiden, sollten koffeinhaltige Getränke ganz meiden.

Das war jetzt nur ein kleiner Ausschnitt der Säurelieferanten in unserer Ernährung, um dich etwas zu sensibilisieren. Über den Tag verteilt, können sich also schnell einige Säuren auf unseren Tellern summieren. Nicht nur eine säureüberschüssige Ernährung kann unseren Körper schaden, sondern auch Schmerzmitteln, wenn sie zu oft und leichtfertig eingenommen werden. Denn die in den Schmerzmitteln enthaltende Acetylsalecilsäure belasten den Säure-Basen-Haushalt und insbesondere die Nieren.

Schadstoffe und Zusatzstoffe in unserer Ernährung

Schadstoffe aus der Luft, wie Auto und Industrie Abgase, Lösungsmittel stellen eine tägliche Belastung für unseren Körper dar. Nikotin und Alkohol sind für unseren Organismus Zellgifte, ebenso wie Quecksilber. Aluminium aus unsern Deodorants gilt als Nervengift. Der Mensch konsumiert auch sehr viele Zusatzstoffe wie E-Nummern in Form von Farbstoffen, Aromastoffen, Konservierungsmitteln, Geschmacksverstärker, etc. die unser Körper nicht kennt. Diese muss der Körper erst verstoffwechseln und ausscheiden können. Die Konservierungsmitteln z.B können unsere Darmflora negativ beeinträchtigen.

Ich empfehle dazu, vorwiegend auf frische biologisch angebaute Lebensmittel zurückzugreifen. Hier gilt Qualität statt Quantität. Alkohol sowie Nikotin auf ein minimum reduzieren und dafür mehr frisches Wasser und Kräutertee konsumieren. Auch ein grosses Thema ist das Ionisierte Wasser hierzu findest du unter folgenden Link weitere Informationen. www.elysionwasser.ch

Bewegung und Säure-Basen-Haushalt

Was auch vielen gar nicht bewusst ist, ist der heutige Bewegungsmangel. Dies ist auch eine Herausforderung unseres Säure-Basen-Haushalts. Früher hat sich der Mensch fast den ganzen Tag über bewegt. So hat sich das Herz-Kreislauf-System für eine optimale Durchblutung des Körpers an die Unterstützung der sogenannten Muskelpumpen gewöhnt und sich daran angepasst. Bei Bewegungsmangel fliesst unser Blut langsamer und Transportiert dadurch zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe zu den Zellen hin und zu wenig Säuren und andere Stoffwechselendprodukte von den Zellen weg. Insbesondere in unseren Beinen versackt das Blut, weshalb die Probleme häufig in den unteren Extremitäten deutlich zunehmen. Der gut gemeinte Versuch über den Tag fehlende kontinuierliche Bewegungen, als übertriebenes anaerobes Training zu kompensieren, übersäuert den Körper dann noch zusätzlich mit Milchsäure, Essigsäure und Harnsäure. Empfehlung wäre ein Training in deiner eigenen Belastungsgrenze in einen Sauerstoffüberschüssigen (aeroben) Training.

Zu guter Letzt – der Stress uns seine Auswirkungen

Zu guter Letzt möchte ich noch auf die immer stärker werdenden Stressbelastung des Menschen zu sprechen kommen. Sei es durch Lärm, Stress uns hohe Anforderungen im Beruf aber auch schon in der Schule und der Ausbildung oder durch zwischenmenschliche Reibereien. Stress führt im Körper zu einer erhöhten Adrenalin und Cortisol Ausschüttung und im Stressstoffwechsel entstehen sehr viele Säuren. Früher hatte der Mensch sehr viel Stress wenn er gejagt wurde oder gejagt hat jedoch wurde durch die erhöhte körperliche Bewegung das Adrenalin, auf eine natürliche Weise, wieder abgebaut. Heute jedoch haben viele Menschen Dauerstress und dadurch auch ein dauernd erhöhten Adrenalinspiegel im Blut. Die Betroffenen sind auf Dauer Sauer und verbrennen sich im wahrsten Sinne des Wortes selbst, bis hin zum Burn-Out. Hier kann eine vitalstoffreiche und basenüberschüssige Ernährung, aerober (Sauerstoffüberschüssige) Sport und Entspannung sehr sinnvoll zur Säure Entlastung und Stressprävention eingesetzt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch die heutigen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten der Menschen, die zahlreichen Probleme und Krankheiten die wir heute in der Zivilisation haben, verursacht werden. Vieles davon wäre vermeidbar, wenn der Mensch sich entsäuert, entschlackt und regenerier damit der Mensch ein schönes gesundes und langes Leben haben will. Den unsere Ernährung sollte wachsende Körperkräfte, mit dem Alter zunehmende Geisteskraft und ausreifende Erfahrung auf allen Gebieten mit sich bringen, nicht aber einen vorzeitigen, lähmenden Krankheitszustand.

Andrea Freiburghaus, Dipl. Naturheilpraktikerin http://www.praxis-bavurtga.ch