Fünf Prinzipien, die helfen die intuitive Ernährung umzusetzen
Vergiss einmal alles was du über Verbote und Diäten gehört hast

Ja genau, das ist der erste Schritt den ein Mensch machen darf, damit er wieder in seine Eigenermächtigung beim Essen kommt. Wir hören und lesen soviel über das was wir nicht essen dürfen, was für uns gut ist, etc.. Überlege einmal kurz und beantworte ganz ehrlich die folgende Frag: „Wer, ausser dir kennt dich am Besten? Wer kennt und spürt deinen Körper tag ein tag aus? Bist es nicht du? Wer sonst ausser uns selbst, kann wirklich wissen, was uns gut tut? Das Problem ist, weil wir permanent von aussen Informationen aufnehmen und uns ständig selbst hinterfragen, haben wir den inneren Draht zu uns verloren. Wir sind unsicher und unfähig geworden, was unsere tägliche Ernährung betrifft. Die Wahrheit ist, das jeder von uns schon so viel über die Ernährung gelesen und gehört hat, dass er selbst ein Ernährungsberater sein könnte. Aber da wir das Vertrauen zu uns selbst und unsere Körperwahrnehmung abgestumpft haben, brauchen wir etwas das uns sagt wie und was wir essen sollten. Je mehr wir von Verboten in der Ernährung umgeben sind, desto mehr entwickeln wir Heisshunger auf diese Verboten Sachen. Sie werden verführerischer als je zuvor. Auch wenn damit schnelle Abnehmerfolge garantiert werden, sind solche Diäten weder nachhaltig noch gesund.

Nur dann Essen, wenn wirklicher Hunger da ist

Wir essen viel zu oft, zu schnell und zuviel. Wir verspüren oft gar nicht wirklich körperlichen Hunger und Essen oftmals aus Langeweile beim abendlichen Fernsehen, oder zwischendurch weil wir alleine sind oder aus emotionalen Gründen. Das zweite Problem ist, wir haben verlernt unsere Körperwahrnehmungen zu spüren, weil wir zu sehr mit der äusseren Welt, anstatt mit unseren Inneren beschäftigt sind. Wir haben ein angeborenes Interozeptives Bewusstsein das in unseren Gehirn (Insula) liegt. Interozeption ist die Fähigkeit, Signale aus dem Körperinneren wahrzunehmen. Je besser sie ausgebildet ist, desto schlanker ist der Mensch. Menschen die eine gute Körperwahrnehmung haben, gehen z.B. weniger Risiken ein. Adrenalin Junkies die Bungie jumping machen, haben z.B. eine sehr geringe Körperwahrnehmung. Wie kannst du deine innere Wahrnehmung schulen? Durch Achtsamkeitstraining, Yoga und Meditation können dir helfen deinen Körper wieder besser zu spüren.

Das Essen nicht dazu verwenden sich zu trösten und belohnen

Wenn wir als Kinder mit Süssigkeiten und Essen getröstet oder belohnt worden sind, besteht die Möglichkeit das wir es unbewusst auch in unseren Erwachsenen Leben tun. Wenn es in der Kindheit aus finanziellen Gründen wenig zu essen gab, kann es sein, dass wir im Erwachsenenalter dieses Manko durch viel essen kompensieren. Emotionaler Hunger ist sehr weit verbreitet und hat weit mehr Einfluss auf unser Essverhalten als wir annehmen. Wir erkennen es, wenn wir bei einer Diät scheitern und dann vor lauter Frust essen. Wir sind unbewusst wütend auf unseren Misserfolg und trösten uns hinterher mit Essen. Um den Emotionalen Hunger zu heilen, müssen wir lernen unsere Gefühle zu fühlen und nicht mit Essen zu verdrängen. Es ist ein Prozess, der innere Heilung bringt und dich mit dir wieder versöhnt.

Aufhören zu essen wenn wir satt bist

Intuitives Essen wird vor allem verlernt, wenn wir Sätze wie: „Iss deinen Teller leer“, oder du bekommst erst dann etwas Süsses, wenn du aufgegessen hast.“, in der Kindheit gehört haben. Aufgrund unserer Erziehung und des sozialen Drucks, wird auch dann der Teller leer gegessen, wenn uns der Körper bereits lang vorher ein Sättigungsgefühl gesendet hat. Auch anregende oder streit Diskussionen beim Essen, lassen uns die Sättigung nicht wahr nehmen. Wenn wir voller Emotionen am Tisch sitzen, essen wir mehr als uns lieb ist. Du kannst es selbst mal beobachten. Was sprichst du mit deinen Gegenüber, wenn du am Essen bist. Sind es beruhigende oder eher aufregende Gespräche? Sind es Gespräche die dich am Tag emotional belastet haben? Und dann beobachte wie du isst? Wenn du hastig isst, bist du eventuell voller Emotionen und du verlierst die Kontrolle über deine innere Körperwahrnehmung. Beobachte selbst und stelle fest, ob du aufhörst wenn du satt bist oder erst wenn du spürst, das dein Bauch schon übervoll ist. Wenn du bereits spürst, dass du übervoll bist, dann hast du über dein normales Sättigungsgefühl hinaus gegessen.

Langsam essen

Wer hat heute noch Zeit, wirklich langsam und genüsslich zu essen? Der Leistungsdruck und der Stress den wir tagtäglich ausgeliefert sind, macht sich auch beim Essen bemerkbar. Wir essen zu hastig und dadurch auch viel zu viel. Langsames und achtsames Essen kann so heilsam sein, weil es uns wahrhaftig mit allen Sinnen geniessen lässt. Wenn wir hastig essen, verlieren wir den wirklichen Genuss und die Freude beim Essen. Versuche wirklich einmal so entspannt wie möglich zu essen, lege ein paar mal das Besteck auf die Seite und geniesse die Mahlzeit langsam und ohne viel zu sprechen. Du wirst sehen, dass du automatisch früher satt bist und du mit einen angenehmen Gefühl vom Tisch gehst. Sei dir bewusst, dass das Sättigungsgefühl erst nach ca. 20 Minuten eintritt, deshalb ist langsam und genussvolles Essen wichtig.